Klinikum baut im Waidesgrund in der neuen Walter-Lübcke-Straße / 16 bis 19 Millionen Kosten
Das Klinikum Fulda baut auf einem Teil des Waidesgrund-Areals 120 sogenannte Micro-Apartments. Darin sollen ab Frühjahr 2027 bis zu 160 Auszubildende und Studierende untergebracht werden.
Über die Pläne hatten gestern Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Klinikum-Vorstand Dr. Thomas Menzel informiert. Menzel zufolge wird das Klinikum 16 bis 19 Millionen Euro in das Projekt investieren. Eine Förderzusage vom Land Hessen liegt laut Wingenfeld bereits vor – ein Baudarlehen in Höhe von 8 Millionen Euro sowie ein Zuschuss in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Im Gegenzug dürfen die 120 Einzel- und Doppelapartments sowie die WGs in den drei Gebäuden nur an Studierende und Auszubildende vermietet werden. Und der Bedarf ist laut Menzel mehr als gegeben: „Wir haben am Klinikum rund 350 Auszubildende sowie im Jahr 2027 circa 200 Studierende, die grundsätzlich als Mieter in Frage kommen.“ Ein rund 20 Quadratmeter großes Apartment solle nach heutigen Schätzungen rund 400 bis 500 Euro an Warmmiete kosten – inklusive Nasszelle und Küchenzeile, berichtete Peter Neidhardt, Leiter Bau und Technik beim Klinikum. „Das Vorhaben ist ein weiterer Beitrag des Klinikums, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“, sagte Wingenfeld. Diesen Aspekt hob auch Klinikums-Chef Thomas Menzel hervor: „Die Angebote, die wir als Arbeitgeber machen müssen, gehen mittlerweile deutlich über einen guten Arbeitsplatz mit einer anständigen Bezahlung hinaus“, so der Mediziner. Er nannte neben dem Bereitstellen von Wohnraum auch Unterstützung bei der Kinderbetreuung.
Insgesamt verfügt das Klinikum bereits über ein breites Angebot an Wohnraum. Im Wohnheim in der Pacelliallee sowie in der Buseckstraße stehen jeweils rund 100 Wohnplätze zur Verfügung. Hinzu kommen angemietete Wohnungen in der Pacelliallee, die als WGs genutzt werden. Bereits größer als das Angebot ist die Nachfrage beim Wohnprojekt „Stadttor“, das die Sparkasse derzeit realisiert und komplett an das Krankenhaus vermietet, so Menzel.
Großer Bedarf an Wohnraum
Mit der Planung des Gebäudeensembles ist das Fuldaer Büro Reith Wehner Storch beauftragt. „Es hat uns gefreut, dass sich ein Fuldaer Büro bei dieser europaweiten Ausschreibung durchsetzen konnte“, sagte Heiko Wingenfeld. Architekt Stephan Storch präsentierte die Pläne des rund 4000 Quadratmeter Wohnfläche umfassenden Projekts. Er betonte mehrfach, dass bei der Konzeption – neben dem obligatorischen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit – auch die Kommunikation und der Austausch eine wichtige Rolle gespielt habe. So sieht der Vorschlag neben den reinen Apartments zahlreiche Flächen der Begegnung und offene Bereiche vor. Hinzu kommen 56 Auto-Stellplätze in einer Tiefgarage. Die drei Gebäude entstehen übrigens auf einem Grundstück, das dem Verein Seniorenhilfe St. Lioba Fulda gehört und dem Klinikum in Erbpacht überlassen wird. Mit dem jährlichen Erbbauzins in fünfstelliger Höhe plant die Seniorenhilfe, Projekte in der Altenhilfe in Stadt und Landkreis Fulda zu fördern und dem Fachkräftemangel entgegenzutreten, berichtete Sven Haustein, Vorsitzender des Vereins.
Die Micro-Apartments werden übrigens in der neuen Walter-Lübcke-Straße gebaut. „Ich denke, Walter Lübcke hätte sich darüber gefreut“, sagt Wingenfeld. „Denn er hat sich immer sehr gerne um junge Menschen und deren Ausbildungsmöglichkeiten gekümmert.“ Auch zum angedachten Zeitplan gab es Informationen: So sollen laut Wingenfeld die Erschließungsarbeiten im September abgeschlossen sein. Im Frühjahr des kommenden Jahres solle mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren“, so Architekt Stephan Storch. So dass im Frühjahr 2027 die ersten Studenten und Auszubildenden einziehen könnten, hoffen die Beteiligten.

Quelle: Zuerst veröffentlicht bei Fuldaer Zeitung am 02.07.2024
Bildquelle: Reith Wehner Storch Architekten
